Die herkömmliche Montage von Windturbinen hängt stark von schweren Hebegeräten ab und erfordert günstige Windverhältnisse. Baumaßnahmen stoßen häufig an Grenzen bei unebenem Gelände und stark windexponierten Gebieten.
Kürzlich hat das spanische Ingenieurunternehmen Nabrawind die kommerzielle Anwendung der sogenannten Skylift-Top-Down-Montagetechnik für Windturbinen gestartet und damit branchentypische Einschränkungen überwunden.
Die Skylift-Technik durchbricht herkömmliche Bauverfahren, eine komplette Turbinenmontage gelingt ohne Großkräne. Zuerst wird die Gondel angehoben, anschließend erfolgt die abschnittsweise Turm-Montage von oben nach unten.
Die Rotorblätter werden bereits in geringer Höhe von 30 bis 40 Metern positioniert. Gegenüber früheren Arbeiten in 90 bis 100 Metern Höhe sinkt der Bauaufwand erheblich.
Eine dreieckige Stützstruktur hebt die Turmsegmente gleichmäßig an, Monteure können Bauteile direkt im Inneren des Turms befestigen.

Die Technik zeichnet sich durch hohe Windtauglichkeit aus. Stabiler Betrieb ist bei Dauerwindgeschwindigkeiten bis 15 m/s und Böen bis 20 m/s möglich. Herkömmliche Kräne können nur bei 6 bis 8 m/s arbeiten, wodurch sich das nutzbare Bauzeitfenster stark erweitert.
Der Praxistest fand im Windpark InnoVent Diaz in Namibia statt. Dort gelang die erfolgreiche Montage einer Goldwind-Direktantriebsturbine des Typs GW165/6000. Da bei Direktantriebsmodellen der Rotor nicht drehbar ist, passte das Montageteam den Ablauf an: Zwei Blätter werden mit einem Neigungswinkel von 30 Grad installiert, Gegengewichte sichern die Anlage. Nach Erreichen der Sollhöhe werden die restlichen Blätter angebracht.
Die praktische Anwendung zeigt, dass die reine Montagedauer pro Turbine auf eine Woche verkürzt werden kann. Das Verfahren eignet sich für stark windbelastete Standorte sowie Bereiche, die mit schweren Hebegeräten schwer erreichbar sind.
Im Windpark InnoVent Diaz sind insgesamt sieben Goldwind-Turbinen des Typs GW165/6000 geplant. Folgetests prüfen weiterhin die Betriebsstabilität des neuen Montageverfahrens und der dazugehörigen Geräte.
