Am 15. April 2026 unterzeichneten der deutsche Energieriese RWE AG und Network Rail – der staatliche britische Eisenbahnbetreiber – offiziell einen fünfjährigen Unternehmens-Einkaufsstromvertrag (CoPPA). Gemäß Vereinbarung liefert RWE Network Rail jährlich 300 GWh Offshore-Windstrom, der etwa 65 % des nicht traktionsbezogenen Strombedarfs des Unternehmens abdeckt – darunter Strom für Bürogebäude, Fahrzeugwartungsstandorte und Betriebsbahnhöfe. Die Versorgung nimmt am 1. April 2027 offiziell ihren Anfang.
Diese Vereinbarung hat Meilensteincharakter: Es handelt sich um den ersten CoPPA im britischen öffentlichen Sektor im Rahmen des neuen Crown Commercial Service (CCS, Königlicher Handelsdienst). Sie setzt nicht nur einen Maßstab für den Einkauf sauberer Energie durch den öffentlichen Sektor, sondern eröffnet auch bestehenden erneuerbaren Energieanlagen reifere marktwirtschaftliche Erlöswege.

Der gelieferte Windstrom stammt ausschließlich vom Offshore-Windpark Gwynt y Môr von RWE. Der Park liegt im Irischen Meer (in der Nähe der Liverpool Bay) vor der Küste Nordwales, etwa 13 bis 15 Kilometer von der Küste entfernt, und erstreckt sich über 80 Quadratkilometer. Das Projekt begann Anfang 2012 mit den Bauarbeiten, die über drei Jahre dauerten; am 30. Juni 2015 wurde es offiziell in Betrieb genommen und zählte damals zum zweitgrößten Offshore-Windpark der Welt. Insgesamt sind 160 Anlagen des Typs Siemens (heute Siemens Gamesa) SWT-3.6-107/120 installiert; die Gesamtinstallationsleistung beträgt 576 MW, sodass kontinuierlich erhebliche saubere Energie erzeugt werden kann.
Der jetzt mit RWE geschlossene Offshore-Windstrom-Vertrag komplementiert den ersten solarbezogenen CoPPA, den Network Rail 2025 mit EDF Renewables unterzeichnet hat. Zusammen erhöhen beide Verträge den Anteil erneuerbarer Energien am nicht traktionsbezogenen Stromverbrauch auf etwa 80 %. Wie bekannt, hat Network Rail ein klares Ziel formuliert: Bis 2030 soll der gesamte nicht traktionsbezogene Strombedarf zu 100 % aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.
