GE Vernova hat den Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Obwohl das Gesamtunternehmen starke Ergebnisse vorweisen kann, ziehen die anhaltenden Verluste im Windgeschäft die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich.
Windgeschäft: Aufträge und Profit unter doppeltem Druck
Aufgrund der nachlassenden Nachfrage nach Onshore-Windturbinen in Nordamerika sind die Neuauftragseinnahmen im Windsegment im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 40 % stark eingebrochen und belaufen sich auf 1,2 Milliarden US-Dollar.
Der Quartalsumsatz ging um 10 % auf 2,03 Milliarden US-Dollar zurück. Ursache dafür sind vor allem geringere Liefermengen von Onshore-Turbinen als Folge schwacher Auftragslage im ersten Halbjahr 2025. Zwar konnten steigende Erlöse aus dem Onshore-Windwartungsgeschäft sowie ausgeweitete Lieferungen und Montagetätigkeiten im Offshore-Bereich den Umsatzrückgang teilweise abfedern, dennoch steht die Gesamtrentabilität weiterhin vor großen Herausforderungen.
Die Ergebnissituation ist noch gravierender. Im zweiten Quartal weitete sich der EBITDA-Verlust im Windgeschäft auf 275 Millionen US-Dollar aus. Dieser Betrag liegt nicht nur über dem Vorjahreswert von 165 Millionen US-Dollar, sondern übersteigt zudem das Verlustniveau des ersten Quartals dieses Jahres. Hauptgründe für die steigenden Verluste sind geringere Auslieferungen von Onshore-Turbinen sowie kontinuierlich steigende Kosten bei Offshore-Windprojekten.
Gesamtkonzern: Umsatz und Ergebnis steigen gleichzeitig
Im Gegensatz zu den Schwierigkeiten im Windgeschäft verzeichnet GE Vernova insgesamt eine starke Wachstumsdynamik.
Im zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz um 22 % auf 11,1 Milliarden US-Dollar. Die Profitabilität verbesserte sich deutlich: Der Nettogewinn erhöhte sich um 31 % auf 649 Millionen US-Dollar, das bereinigte EBITDA wuchs sogar um 62 % auf 1,25 Milliarden US-Dollar. Verantwortlich dafür sind vor allem stabile Ergebnisse in den Segmenten Elektrifizierung und Stromerzeugung.
Anhebung der Jahresprognose – Erwartete Verluste im Windgeschäft unverändert
Aufgrund der starken Entwicklung im ersten Halbjahr hat GE Vernova die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Der erwartete Gesamtumsatz des Konzerns wurde von vormals 44,5 bis 45,5 Milliarden US-Dollar auf 45,5 bis 46,5 Milliarden US-Dollar angepasst. Die Gesamt-EBITDA-Marge bleibt unverändert in der Spanne von 12 bis 14 %.
Für das Windsegment hält das Unternehmen jedoch an seiner zurückhaltenden Prognose fest. Es wird damit gerechnet, dass der Jahres-EBITDA-Verlust bei rund 400 Millionen US-Dollar liegen wird. Dies zeigt, dass die Erholung der Rentabilität im Windgeschäft noch Zeit benötigt.
