Erneute Klarstellung: Ørsted plant keine Einkäufe chinesischer Windturbinen
2026.06.17

Kürzlich hat Rasmus Errboe, Vorstandsvorsitzender des weltweit führenden Offshore-Windunternehmens Ørsted, auf einem dänischen Branchenforum erneut öffentlich Gerüchte dementiert. Das Unternehmen habe zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Pläne zum Einkauf chinesischer Windturbinen und dämpft damit die Spekulationen am Markt weiter.

Mit dieser Aussage bezieht er sich auf eine Branchenmeldung, die die dänische Zeitung Berlingske Tidende im Januar dieses Jahres verbreitet hatte. Dem damaligen Bericht zufolge habe Ørsted eine Untersuchung unter dem Decknamen „Project Dragon“ gestartet, um chinesische Windturbinen zu prüfen und diese zwischen 2026 und 2028 einzukaufen.

Bereits am 6. Mai hatte Rasmus Errboe öffentlich klargestellt, dass in allen laufenden Betriebsprojekten von Ørsted keine chinesischen Windturbinen zum Einsatz kommen und auch für geplante Entwicklungsprojekte keine entsprechenden Einkaufsvorhaben bestehen. Im Vergleich zur offenen Haltung zu Jahresbeginn, bei der man keine Lieferanten ausschloss, ist die Position des Unternehmens deutlich restriktiver und vorsichtiger geworden.

Auf dem aktuellen Forum wurde Rasmus Errboe von Journalisten erneut befragt: Da chinesische Turbinenhersteller inzwischen einen höheren weltweiten Marktanteil erzielen als alteingesessene europäische Konzerne, ob Ørsted den Einkauf chinesischer Anlagen erwäge. Errboe erklärte, dass die Offshore-Windenergie ein globaler Wirtschaftszweig sei – Seekabel, Stahlkonstruktionen und weitere Ausrüstung würden aus weltweiten Lieferketten bezogen. Die Windenergiebranche habe ihren Ursprung in Europa, wo eine starke heimische Fertigungsbasis existiere. Gleichzeitig zog er eine klare Grenze: Für alle Projekte des Unternehmens, die sich derzeit in der Entwurfs- oder Vorentwicklungsphase befinden, ist kurzfristig kein Einsatz chinesischer Windturbinen vorgesehen.

Als Journalisten vor Ort nachfragten, ob der Einkauf chinesischer Turbinen grundsätzlich ausgeschlossen werde, antwortete Errboe: „Zurzeit bestehen keine entsprechenden Einkaufserwartungen, dennoch beobachten wir die Entwicklungen kontinuierlich.“ Er erläuterte weiter, dass Ørsted als Branchenführer, dessen kumulierte installierte Leistung der Summe des zweiten und drittgrößten Anbieters entspricht, selbstverständlich die globale technische Entwicklung verfolge und die Fortschritte der chinesischen Windenergiebranche dauernd im Auge behalte.

Die Frage, ob europäische Energieunternehmen chinesische Windturbinen einsetzen sollen, ist derzeit ein zentraler Diskussionspunkt der Branche. Viele Teilnehmer des Forums vertraten eine einheitliche Meinung: Sie plädierten für die vorrangige Förderung europäischer Hersteller und befürworteten Einschränkungen beim Marktzugang chinesischer Ausrüstung. Die zweite Dementierung von Ørsted beseitigt sämtliche Marktspekulationen über kurzfristige Einkäufe und verdeutlicht zugleich, dass nach wie vor hohe Hürden für den Eintritt chinesischer Windturbinen auf den europäischen Offshore-Markt bestehen.

Empfohlene Nachrichten

Lassen Sie uns über
Ihren nächsten Bauplan sprechen

Angebot anfordern