Wichtige Vereinbarung: Bis zu 9 Milliarden Pfund für britischen Offshore-Wind – Großbritannien und Japan schließen strategische Partnerschaft für Offshore-Windenergie
2026.06.16

Am 14. Juni schlossen Großbritannien und Japan in London eine bedeutende Kooperation im Bereich der Offshore-Windenergie. Der britische Premierminister Keir Starmer und die japanische Premierministerin Sanae Takaichi unterzeichneten offiziell das Abkommen zur Zusammenarbeit in der Offshore-Windindustrie. Als zentraler Ergänzungsinhalt der gemeinsamen Erklärung zur wirtschaftlichen Sicherheit beider Staaten zielt das Abkommen darauf ab, die Zusammenarbeit bei Investitionen und Finanzierung, technischer Forschung sowie dem Aufbau der Industriekette im Offshore-Windbereich umfassend zu vertiefen.

Gemäß der Kooperationsvereinbarung wird Japan bis zu 9 Milliarden Britische Pfund (ca. 21,1 Milliarden US-Dollar / 10,4 Milliarden Euro) in britische Offshore-Windprojekte investieren. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt auf dem Bereich der schwimmenden Offshore-Windenergie in Großbritannien, wobei eine Reihe von Leitprojekten mit einer Gesamtleistung von 5,9 GW vorangetrieben werden. Zahlreiche Schlüsselvorhaben sehen eine Beteiligung japanischer Unternehmen vor. Die Struktur und Entwicklungsplanung von drei wegweisenden Projekten stehen bereits fest:

Projekt Ossian (3,6 GW)

Als größtes Windprojekt im Rahmen dieser Zusammenarbeit befindet sich die Anlage 84 Kilometer vor der Ostküste Schottlands in einer Wassertiefe von 72 Metern und befindet sich derzeit in der Vermessungs- und Planungsphase. Das Projekt wird gemeinsam von drei Partnern entwickelt: dem dänischen Fonds Copenhagen Infrastructure Partners, dem britischen Unternehmen Scottish Southern Energy sowie dem japanischen Konzern Marubeni. Es zählt zu den zentralen Wachstumsprojekten für die künftige schwimmende Windenergie in Großbritannien.

Projekt Green Volt (560 MW)

Dieses Vorhaben liegt ebenfalls 80 Kilometer vor der schottischen Ostküste und wird von Flotation Energy, einem Spezialisten für schwimmende Windanlagen der Tokyo Electric Power Company, sowie dem italienisch-norwegischen Joint Venture Vårgrønn entwickelt. Sämtliche Genehmigungen für Land- und Offshore-Maßnahmen sind erteilt, im September 2024 erhielt das Projekt zudem einen Contract for Difference von der britischen Regierung. Die Netzanbindung ist für das Jahr 2029 geplant.

Demonstrationsprojekt Erebus (100 MW)

Das Projekt wird von Sapphire Wind, einem Joint Venture aus dem irischen Unternehmen Simply Blue Energy und dem französischen Konzern TotalEnergies, realisiert. Die japanische Kansai Electric Power hat Anteile an Simply Blue Energy erworben und ist damit eng an die Projektentwicklung gebunden. Der Baubeginn ist für die Jahre 2026 bis 2027 vorgesehen, das Vorhaben dient als Demonstrationsmodell für die praktische Umsetzung schwimmender Windtechnologien in Großbritannien.

Premierminister Keir Starmer betonte, dass diese wegweisende Kooperationsvereinbarung Milliarden Pfund an Investitionen nach Großbritannien bringen, Zehntausende neue Arbeitsplätze schaffen und eine neue Entwicklungsphase für die Windenergiebranche einleiten werde.

Die strategische Partnerschaft im Offshore-Windbereich stellt zudem einen zentralen Baustein der engeren Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und Japan in den Bereichen Infrastruktur, grüne Finanzierung und Hochtechnologie dar. Beide Staaten haben die Offshore-Windenergie offiziell zu einem zentralen Feld für die langfristige gemeinsame Entwicklung erklärt.

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