Drei Todesfälle in der Windenergiebranche im Jahr 2025 – viele Unfälle in der Gondel
2026.06.15

Kürzlich hat die globale Organisation für Gesundheit und Sicherheit im Offshore-Windbereich (G+) ihren aktuellen jährlichen Sicherheitsbericht veröffentlicht. Die Statistiken zeigen, dass sich die allgemeine Sicherheitslage im weltweiten Offshore-Windgeschäft im Jahr 2025 verbessert hat. Dennoch haben Arbeitsunfälle im Gondelbereich verdoppelt zugenommen und stellen ein neues, dringend zu beachtendes Risiko dar.

Im Jahr 2025 stieg die gesamte Arbeitszeit im Offshore-Windbereich um 5 % auf 69,2 Millionen Stunden. Insgesamt ereigneten sich 1.791 sicherheitsrelevante Vorfälle – deutlich weniger als die 1.929 Fälle im Jahr 2024. Die Zahl der Hochrisikovorfälle, die schwere Verletzungen nach sich ziehen können, sank um 16 % auf 211. Das zeigt eine deutliche Wirksamkeit der branchenweiten Sicherheitsmaßnahmen.

Zu beachten ist, dass die Auswertung ausschließlich Mitgliedsunternehmen von G+ umfasst und keine Daten zum chinesischen Offshore-Windmarkt berücksichtigt. Zu den Mitgliedern von G+ zählen: EDF Power Solutions, Equinor, Iberdrola, JERA Nex bp, Ocean Winds, Ørsted, RWE, Siemens Gamesa, SSE, TotalEnergies, Vattenfall sowie Vestas.

Bei tödlichen Unfällen verzeichneten die G+-Mitgliedsunternehmen im Jahr 2025 erfolgreich keine Todesfälle, eine Verbesserung gegenüber einem Todesfall im Jahr 2024. Dagegen ereigneten sich drei tödliche Unfälle bei externen Arbeiten von Nicht-Mitgliedern der Organisation: Ein Mitarbeiter von Equinor kam im Projekt Empire Wind 1 in den USA durch Stromschlag ums Leben, je ein weiterer Arbeiter verunglückte in Japan und Südkorea durch einen Sturz von einem Vermessungsschiff bzw. beim Schiffsumstieg. Branchenexperten weisen darauf hin, dass Randbereiche wie Häfen aufgrund komplexer Abläufe und verteilter Verantwortung nach wie vor eine Hochrisikozone für Sicherheitsmängel darstellen.

Der Bericht zeigt zudem einen neuen Trend bei Sicherheitsrisiken: Der Gondelbereich war im vergangenen Jahr der Ort mit den meisten Einzelunfällen. Im Jahr 2025 wurden 115 arbeitsbedingte Unfälle in Gondeln registriert – eine Verdoppelung gegenüber den 54 Fällen im Jahr 2024, dies entspricht 15 % aller Verletzungsunfälle. Davon entfielen 85 % auf Windparks im Betrieb. Die Analyse von G+ ergibt, dass viele Offshore-Windprojekte im Jahr 2025 die Bauphase abgeschlossen haben und in den Betrieb übergegangen sind. Dadurch stieg die Häufigkeit von Wartungsarbeiten in den Gondeln stark an, was zu einem höheren Arbeitsrisiko führte. Dieser Trend macht deutlich, dass die Sicherheitskontrolle bei Gondelwartungen künftig im gesamten Branchenfokus stehen muss.
 

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