Weg von Siemens Gamesa? Ein weiterer Führungskraft wechselt zu Vestas
2026.06.02

Ein weiterer erfahrener Kernmitarbeiter von Siemens Gamesa wechselt zum Konkurrenten.

Am 1. Juni gab Martin La Cour Søborg, der neun Jahre bei Siemens Gamesa tätig war, über LinkedIn seinen Eintritt bei Vestas bekannt und übernimmt die Position des Senior Vice President Gondelproduktion. Zuvor war er Global Head of Offshore Equipment sowie Leiter Betrieb bei Siemens Gamesa und eine zentrale Schlüsselfigur für Lieferketten und Produktionskapazitäten.

Seine Abschiedsworte geben Anlass zur Deutung: Vestas sei über Jahre hinweg sein respektierter starker Wettbewerber. Diese Aussage verdeutlicht den Wandel der Branchenlandschaft: Ein langjähriger zentraler Mitarbeiter des Altunternehmens entscheidet sich schließlich für den größten Konkurrenten.

Vestas-Chef Henrik Andersen kommentierte persönlich seinen LinkedIn-Beitrag, begrüßte den Neuzugang und wünschte ihm Erfolg. Die direkte Begrüßung durch den Konzernchef unterstreicht den harten Wettbewerb um Talente in der Branche.

Nach dem Ausstieg von GE Vernova aus dem europäischen Offshore-Windgeschäft und dem noch ausstehenden großflächigen Markteintritt chinesischer Turbinenhersteller dominieren praktisch Vestas und Siemens Gamesa als Duopol den europäischen Offshore-Turbinenmarkt. Zu diesem Zeitpunkt bedeutet der Abgang eines wichtigen Produktionsverantwortlichen bei Siemens Gamesa eine Abgabe zentraler Produktionskenntnisse und Technologieerfahrung an den Konkurrenten.

Der Personalwechsel ist kein Einzelfall: Bereits früher in diesem Jahr wechselte ein weiterer Siemens-Gamesa-Manager Peter Wolf zum führenden chinesischen Hersteller Mingyang Smart Energy und übernahm dort die Leitung für europäische Montage und Transport. Er ist ein zentraler Baustein beim Aufbau des europäischen Führungsteams von Mingyang.

Die fortgesetzten Abgänge zentraler Führungskräfte spiegeln die derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Siemens Gamesa wider. Für Vestas erhält es mit dem neuen Mitarbeiter nicht nur einen erfahrenen Experten, sondern gebündeltes Know-how aus den Bereichen Offshore-Produktion, Lieferkettenmanagement und Fertigungsbetrieb.

Wenn der Produktionsleiter eines Wettbewerbers zur Konkurrenz wechselt und dort die Produktion verantwortet, verliert das ursprüngliche Unternehmen weit mehr als nur einzelne Führungskräfte.

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