Wie britische Regierungsbeamte bekanntgaben, plant die Regierung, am Dienstag, dem 21. April, eine neue Reformpolitik für die Windstrompreise auf den Weg zu bringen, um dem starken Anstieg der Energiepreise infolge geopolitischer Konflikte zu begegnen. Im Zentrum der neuen Regelungen stehen freiwillige Festpreisstützungen und differenzierte steuerliche Steuerungsmaßnahmen. Ziel ist es, die Strompreise vollständig von den Gaspreisen zu entkoppeln, das seit langem bestehende „Gas-Strom-Bindungs“-System des britischen Strommarktes aufzulösen und die Kosten für grünen Strom zu senken.

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In den vergangenen Wochen sind die Preise auf dem britischen Stromgroßmarkt erneut massiv angestiegen – von etwa 74 Pfund pro MWh auf über 100 Pfund pro MWh. Sollten die Störungen in der Energieversorgung bis zum Winter andauern, droht ein weiterer Preisanstieg. Vor diesem Hintergrund greift die britische Regierung mit einer Reform ein: Sie soll nicht nur die Strompreise senken, sondern auch institutionelle Hemmnisse für die Energiewende beseitigen.
Zwei Maßnahmen in der neuen Politik
Die Reform zielt direkt auf die alten Wind- und Photovoltaik-Kraftwerke ab, die etwa ein Drittel der britischen Stromerzeugung decken. Die Regierung bietet den Anlagen die Option einer freiwilligen Festpreisstützung an: Unterschreiben sie neue Contracts for Difference (CfD), erhalten sie einen von der Staat garantierten stabilen Abnahmepreis und vermeiden das Risiko von Marktschwankungen.
Um die Unternehmen zur Zustimmung zu bewegen, wird die Politik um eine „harte Beschränkung“ ergänzt: Alte Anlagen, die den Vertrag nicht unterzeichnen, müssen einen höheren Anteil an Windfallsteuer zahlen – der aktuelle Steuersatz beträgt bereits 45 %.
Auflösung der verzerrten Interessenkette
Der grundlegende Widerspruch im britischen Strompreissystem liegt in der Dominanz der Gasstromerzeugung bei der Preisbildung auf dem Großmarkt. Obwohl der Anteil an grünem Strom wie Wind- und Solarenergie steigt, dient Erdgas als preisbestimmender Grenzkraftstoff (die letzte Energieeinheit, die den höchsten Marktpreis festlegt). Seine Preisschwankungen treiben daher direkt die Gesamtstrompreise in die Höhe.
Unter dem alten System profitierten sogar die kostengünstigen alten Wind- und Solarparks von hohen Strompreisen: Sie genossen eine feste Preisuntergrenze durch staatliche Stützungen und erzielten zusätzlich Arbitragegewinne zu hohen Marktpreisen. Aufgrund des starken Gaspreisanstiegs erwirtschafteten sie sogar Übergewinne – ein verzerrtes Phänomen, bei dem saubere Energie von hohen Gaspreisen profitierte. Die Öffentlichkeit zahlte für teures Erdgas, während der grüne Strom seinen Kostenvorteil nicht zur Geltung bringen konnte.
Kern der neuen Politik
Die Reform strukturiert den Mechanismus zur Gewinnverteilung neu – auf Basis der Contracts for Difference (CfD) – und schafft ein Modell der gemeinsamen Risikotragung und Gewinnbeteiligung:
Bei hohen Marktpreisen zahlen die Kraftwerke die Überschüsse über den Festpreis an den Staat zurück, die dann über Preissenkungen an die Verbraucher weitergegeben werden.
Bei niedrigen Marktpreisen kompensiert die Regierung die Preisdifferenz und sichert den Anlagen eine angemessene Rendite.
Dieser Mechanismus beseitigt nicht nur die Ertragssorgen der Investoren, sondern isoliert auch die Übertragung von Gaspreisschwankungen auf die Endverbraucherstrompreise grundlegend. Er ist ein zentrales Instrument der britischen Regierung zur Stabilisierung der Energiepreise und zur Fortführung der Energiewende hin zu sauberer Energie.
