Am 21. April erreichte die globale Windenergiebranche eine bedeutende Neuigkeit: Der indische Windkraftanlagen-Riese Suzlon hat in Spanien die neue Produktplattform „Blue Sky“ vorgestellt und zwei Flaggschiff-Windkraftanlagen präsentiert – das 5-MW-Modell S175 und das 6,3-MW-Modell S163. Damit kündigte das Unternehmen offiziell seine Rückkehr auf den europäischen Windenergiemarkt an.
Schon wenige Tage zuvor hatte das renommierte Institut Wood Mackenzie in seinem Bericht „Marktanteile der globalen Windkraftanlagenhersteller 2025“ bestätigt, dass Suzlon erneut in die weltweite TOP-15-Rangliste der Windkraftanlagenhersteller eingestiegen ist und Platz 15 belegt.

Als größter indischer Hersteller vollständiger Windkraftanlagen war Suzlon bereits in seinen frühen Jahren stark auf dem europäischen Markt vertreten. Im Jahr 2015 verkaufte das Unternehmen unter dem Einfluss von Schwankungen auf dem globalen Windmarkt und Schuldendruck seine deutsche Tochtergesellschaft Senvion (der ehemalige bekannte europäische Windmarken Repower) an eine US-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft für etwa 10 Milliarden Euro. Danach zog es sich vom europäischen Markt zurück und konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung auf dem Heimatmarkt.
Nach mehr als zehn Jahren Anpassung und Expansion ist Suzlon heute in 17 Ländern weltweit tätig und verfügt über eine kumulierte Installationsleistung von 21,5 GW – davon 15,5 GW in Indien und 6 GW auf Überseemärkten. Mit seiner Rückkehr nach Europa konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf den Bereich der Onshore-Windenergie und tritt direkten Wettbewerb mit lokalen Herstellern wie Vestas, Nordex und Enercon an.
Der europäische Onshore-Windmarkt befindet sich derzeit in einer goldenen Doppelphase aus technischer Modernisierung, Erneuerung alter Anlagen sowie Neubau und Kapazitätsausbau. Eine enorme Zahl alter Anlagen muss dringend durch leistungsstärkere Modelle ersetzt werden, und der Bedarf an neuen Projekten wächst kontinuierlich. Girish Tanti, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung von Suzlon, erklärte, dass das Potenzial für Neubauprojekte im europäischen Onshore-Windmarkt nahezu 100 GW betrage, der Bedarf an Modernisierung und Erneuerung etwa 17 GW – der Bedarf an großen, maßgeschneiderten Anlagen bricht aus.

Die beiden neu vorgestellten Modelle sind speziell auf den europäischen Markt zugeschnitten: Das S175 (5 MW) ist für Standorte mit niedrigen Windgeschwindigkeiten konzipiert, das S163 (6,3 MW) konzentriert sich auf Bereiche mit mittleren bis hohen Windgeschwindigkeiten. Beide Modelle erfüllen die europäischen regulatorischen Anforderungen und Netzzugangsvoraussetzungen, erreichen eine maximale Rotorhöhe von 250 Metern und sind mit Technologien für digitalen Betrieb sowie Optimierung über den gesamten Lebenszyklus ausgestattet. Ihre Entwicklung stützt sich auf die Betriebsdaten aus Suzlons globaler installierter Leistung von 21,5 GW.
Suzlon betonte, dass die Plattform „Blue Sky“ ein zentraler Bestandteil der Konzernstrategie „Suzlon 2.0“ sei und das Unternehmen zunächst den europäischen Markt als zentralen Fokus für seine Expansion wählen werde.
