Eine Meldung des Nikkei Shimbun vom 9. März hat große Aufmerksamkeit in der globalen Windenergiebranche ausgelöst: Der dänische Windenergieriese Vestas plant, eine Fabrik für vollständige Windkraftanlagen in Japan zu errichten und strebt an, diese bis zum Geschäftsjahr 2029 (bis zum 31. März 2029) fertigzustellen und in Betrieb zu nehmen.

In Japan werden derzeit die meisten Windkraftanlagenteile aus dem Ausland importiert. Die japanische Regierung hofft, durch die Anwerbung ausländischer Produktionsstandorte eine inländische Lieferkette aufzubauen und die Gerätekosten zu senken.
Laut Berichten wird der Standort der Fabrik derzeit zwischen Kitakyushu und Muroran auf Hokkaido geprüft. Das Gesamtinvestitionsvolumen könnte mehrere Milliarden Yen betragen (entspricht mehreren Milliarden Yuan). Es wird erwartet, dass das Projekt Subventionsunterstützung der japanischen Regierung erhält – der Höchstbetrag der Subventionen könnte bis zur Hälfte der Investitionsumfänge ausmachen.
In der Anfangsphase wird die Fabrik sich vor allem auf die Montage von Maschinenhäusern konzentrieren. Die japanische Regierung plant, bis zum Geschäftsjahr 2039 die Fähigkeit zur vollständigen durchgehenden Fertigung von Maschinenhäusern zu erreichen und in Kombination mit Blättern, Türmen und anderen Bauteilen die inländische Produktion großer Windkraftanlagen schrittweise vorantreiben.
Sollte dieser Plan umgesetzt werden, können die entsprechenden Rohstoffe von japanischen inländischen Unternehmen geliefert werden – darunter Stahl von Nippon Steel sowie Bauteile von Unternehmen wie Fuji Electric. Dadurch wird das System der japanischen Windenergielieferkette weiter vervollständigt.
Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) wird in Kürze einen Memorandum of Understanding (MoU) mit Vestas offiziell unterzeichnen, um die Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dem Fabrikbau einzuleiten.
Bisher hat Vestas in Japan bereits eine Windenergiekapazität von über 1.748 GW installiert. Das Unternehmen ist der Lieferant von Anlagenteilen für den größten japanischen Offshore-Windpark Shōnan in Kitakyushu und hat zudem den Auftrag für das 315-MW-Offshore-Windenergieprojekt in der Präfektur Akita ergattert.
Details wie der genaue Standort und die Produktionskapazität der Fabrik sind bislang noch nicht bekanntgegeben worden. Doch Vestas’ strategische Absicht, sich in Japan zu positionieren und den asiatischen Markt aus diesem Standort heraus zu bedienen, ist bereits sehr deutlich.
