Da südkoreanische Unternehmen ihre Entwicklungsaktivitäten für besonders große Offshore-Windkraftanlagen beschleunigen, befindet sich die nationale Offshore-Windenergiekette auf dem Weg zur vollständigen Vollendung. Derzeit hat Südkorea bereits eine komplette lokale Lieferkette im Bereich mittel- und kleiner Offshore-Windkraftanlagen aufgebaut; in Bezug auf die Schlüsseltechnologien für leistungsstarke Windturbinen bestehen jedoch weiterhin Lücken. Angesichts der starken staatlichen Förderung des skalierten Ausbaus der Offshore-Windenergie sorgt die Frage, ob diese Branche zu einem neuen Wachstumsmotor für Südkoreas Exporte werden kann, für breites Interesse.

Am 9. Februar meldete die südkoreanische Regierung, dass das Ministerium für Klima, Energie und Umwelt auf Grundlage der nationalen Strategie, bis 2035 eine Offshore-Windkraftkapazität von 25 GW aufzubauen, offiziell mit der Entwicklung eines hochmodernen Offshore-Windturbinenprojekts der 20-MW-Klasse aus heimischer Produktion begonnen hat. Als begleitende Maßnahme leitet das Koreanische Institut für Energie-Technologiebewertung (KETEP), das dem Ministerium für Industrie, Handel und Ressourcen unterstellt ist, ein nationales Forschungs- und Entwicklungsprojekt für 20-MW-Offshore-Windturbinen; Doosan Enerbility und UNISON haben ihre Beteiligung bereits bestätigt.
Neben den Kernwindturbinen verfügt Südkorea bereits über starke Wettbewerbsfähigkeit in den unterstützenden Bereichen der Offshore-Windenergie: SK Oceanplant, GS E&C und Hyundai Steel Industries dominieren die Herstellung und Installation von Fundamentstrukturen; LS Cable & System sowie Taihan Cable & Solution beherrschen Schlüsseltechnologien für Unterseekabel; die Hanwha Group baut derzeit spezielle Offshore-Windkraftinstallationsboote; CS Wind, als weltweit führender Hersteller von Windturminstallationen, liefert kontinuierlich Turmprodukte an die wichtigsten globalen Anlagenhersteller.
Brancheninformationen zeigen, dass die beiden einzigen in Südkorea ansässigen Anlagenhersteller, Doosan Energi und UNISON, beide erfolgreich die Entwicklung von 10-MW-Offshore-Windturbinen abgeschlossen haben. Bemerkenswert ist, dass auch Hyosung Heavy Industries, das einst aus dem Markt ausgeschieden war, derzeit erwägt, wieder in den Wettbewerb einzusteigen; Berichten zufolge prüft das Unternehmen derzeit, ob es eine Lizenz zur Herstellung von Windturbinen von Shanghai Electric in China übernehmen könnte.
Doosan Energy hat derzeit die Entwicklung von Offshore-Windturbinen mit 8 MW und 10 MW abgeschlossen und führt derzeit Feldversuche mit einem 8-MW-Prototyp durch. Sollten die Demonstrationsbetriebe erfolgreich verlaufen, plant das Unternehmen, im März 2029 13 Einheiten à 8 MW zu liefern. Darüber hinaus verhandelt Doosan Energy derzeit mit Siemens Gamesa über eine gemeinsame Entwicklung einer 15-MW-Offshore-Windturbine.
UNISON hat ebenfalls die Entwicklung eines 10-MW-Offshore-Windkraftwerks abgeschlossen und wird in Kürze mit der Leistungsvalidierung beginnen. Sobald das Gerät die Tests bestanden hat, wird es offiziell in die kommerzielle Phase übergehen.
Gleichzeitig wird berichtet, dass auch Hyosung Heavy Industries, das Anfang des 21. Jahrhunderts aus dem Offshore-Windenergiebereich ausgeschieden war, seine Markstrategie für diesen Bereich derzeit erneut bewertet – mögliche Wege schließen einen schnellen Einstieg über Technologielizenzen ein.

Jeju Hallim Offshore-Windpark
Global betrachtet erlebt die Offshore-Windenergie derzeit ein rasantes Wachstum. Laut Daten des Global Wind Energy Council (GWEC) hatte die weltweite installierte Kapazität der Offshore-Windenergie bis Ende 2024 bereits 83 GW erreicht. Dabei entfielen allein 41,6 GW auf China – fast die Hälfte der globalen Gesamtkapazität. Seit sieben Jahren in Folge belegt China damit souverän den ersten Platz bei den neu hinzugefügten Kapazitäten weltweit und liegt damit deutlich vor Großbritannien, Taiwan, Deutschland und Frankreich.
Gestützt auf den riesigen einheimischen Markt sind chinesische Unternehmen rasch aufgestiegen, haben nicht nur ihre Vorteile in der Lieferkette gefestigt, sondern treten auch im globalen Wettbewerb zunehmend hervor. Neben traditionellen Giganten wie Vestas und Siemens Gamesa haben sich chinesische Anlagenhersteller wie Goldwind, CSSC Heavy Industry und Sany Renewable Energy bereits in die erste Reihe der Offshore-Windenergiebranche katapultiert.
Dazu erklärte ein Beamter des koreanischen Klimaministeriums: «Die Offshore-Windenergie befindet sich noch in der Anfangsphase der industriellen Entwicklung. Wenn es gelingt, die Schlüsseltechnologien für große Windkraftanlagen der 20-MW-Klasse erfolgreich zu beherrschen, wird Südkorea eine vollständige Autonomie entlang der gesamten Wertschöpfungskette erreichen.» Er fügte hinzu: «Angesichts der vorsichtigen Haltung Taiwans und Japans gegenüber chinesischen Windkraftanlagen gelten diese Märkte als wichtige Zielregionen für Südkorea. Die Offshore-Windenergie könnte sich somit zu einer weiteren hochwertigen Exportbranche entwickeln – nach Halbleitern und Batterien.»
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